Relegation im Ostbunker: Jon Sun steht als letzte Finalband

Jon Sun Indie Rock in der Region 2016 Relegation Ostbunker

Jon Sun

Mit der Relegationsrunde im Ostbunker ist am Samstag die letzte Finalband gekürt worden: Sie heißen Jon Sun und machen poppigen Indie-Rock.

Von seiten des Rock in der Region-Teams vorweg erst einmal großen Lob an das Publikum bei allen Veranstaltungen: Dass die Leute so mitgehen und jede einzelne Band so richtig abfeiern, das erleben Freundinnen und Freunde der gepflegten Underground- und Lokalband-Konzerte selten. Daumen hoch für alle Musikbegeisterten auch ohne Instrument in den Fingern!

Bravour Hip Hop Rock in der Region 2016 Relegation Ostbunker Osnabrück

Bravour

Hellernstadt Rap'n'Roll Rock in der Region 2016 Relegation Ostbunker Osnabrück

Hellernstadt

Dementsprechend gemütlich wurde es denn dann auch im Ostbunker zu Osnabrück – gerammelt voll bot sich der kleine Konzertraum in den meterdicken Mauern da, als die Hip Hopper von Bravour die Bühne erklommen. Wie schon beim Vorentscheid in Bramsche gesehen zwängten sich ganze neun Musikerinnen und Musiker auf die nicht so sehr große Bühne des Bunkers – egal, das Publikum muss ja auch dicht gedrängt stehen. Bravour machen Deutsch-Hip Hop, aber mit sehr gut eingegroovter und leicht jazzender Band samt dickem Bläsersatz im Gepäck.

Auch vom Vorentscheid im Osnabrücker Westwerk wurde eine Hip Hop-Combo in die Relegation entsandt. Hellernstadt nennt sich die Truppe, Rap’n’Roll ihr Stil: Zu den beiden Frontmännern, die ihre deutsprachigen Texte meist gerappt, mal aber auch gesungen vortragen, gesellt sich eine latent bluesende Rockband. Da werden Erinnerungen wach an Bands der 90er wie etwa Such a Surge oder Jazzkantine.

Dritte Band im Bunde war Jon Sun. Das Quartett um Sänger Hendrik hat sich dem Indierock und Indiepop der Marke Bloc Party oder Franz Ferdinand verschrieben: Verspielte Melodien und tanzbare Rhythmen prägen den Sound der erst im letzten Jahr

Renegades Stoner Rock in der Region 2016 Relegation Ostbunker Osnabrück

Renegades

gegründeten Band, irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie schwankend die Attitüde. Hier war leicht zu merken: Die Jungs wissen, wo die Reise hingehen soll.

Zuletzt mit Renegades einmal wieder ein Band aus Melle, und teils sogar alte Bekannte – Teile der Band haben nämlich schon einmal als Aphax Infect an Rock in der Region teilgenommen, vor langer, langer Zeit. Das war früher, jetzt legt das Fünfergespann mit einem Mix aus Stoner á la Kyuss, Hard Rock und Heavy Metal der Marke Black Sabbath ein Brett hin, das sich gewaschen hat. Und noch obendrauf: Eine Powerballade.

Am Ende konnte sich Jon Sun gegen die Mitbewerber durchsetzen. Hier die Ergebnisse:

Jury:

  1. Jon Sun 30,1%
  2. Renegades 26,6%
  3. Bravour 22,6%
  4. Hellernstadt 20,7%

Publikum:

  1. Hellernstadt 30,2%
  2. Jon Sun 26,4%
  3. Bravour 22,0%
  4. Renegades 21,4%

Gesamt:

  1. Jon Sun 28,2%
  2. Hellernstadt 25,5%
  3. Renegades 24,0%
  4. Bravour 22,3%

 

Knappe Nummer: Bearing Sea gewinnen Vorentscheid Georgsmarienhütte

Im Finale: The Bearing Sea

Im Finale: The Bearing Sea

Am Ende war das Ergebnis ganz, ganz knapp: Mit nur einen Prozentpunkt Vorsprung konnte die Osnabrücker Metal-Combo The Bearing Sea den ersten Platz erreichen – nicht zuletzt dank des Publikums. Juryliebling Jon Sun landete auf Platz zwei.

Statistisch gesehen ist der Vorentscheid in Georgsmarienhütte ja so etwas wie ein Rock in der Region-Gewinnerbandgenerator: Ob Psaikorillaz im letzten Jahr, die Basement Apes vor drei Jahren, Hi Spencer vor vier oder Into the Wild vor fünf Jahren – allesamt waren sie im Vorentscheid in der Alten Wanne dabei. Ein Zeichen?

Bands und Publikum schienen jedenfalls bester Laune, als die noch recht frische Osnabrücker Metal-Band The Bearing Sea pünktlich um acht die traditionsreiche

Jon Sun Indierock Rock in der Region 2016 Georgsmarienhütte Alte Wanne

Jon Sun

Südkreis-Bühne der Alten Wanne erklommen. Vor nicht einmal einem Jahr hat sich das Quintett zusammengefunden, um nach eigenen Angaben die Welt mit Hilfe des Heavy Metals zu einem besseren Ort zu machen. Scheint zu funktionieren – das Publikum schüttelt wild die Köpfe und freute sich.

In Folge etwas ganz ganz anderes: Jon Sun – beinahe ebenso frisch dabei wie The Bearing Sea – haben sich dem modernen Indie-Sound verschrieben: Verspielte Melodien und tanzbare Beats sind das Markenzeichen der Osnabrücker, Bands wie Arctic Monkeys, Bloc Party oder Franz Ferdinand die unzweifelhaften Vorbilder.

Hardcore Punk-Band Kompressor Rock in der Region 2016 Georgsmarienhütte Alte Wanne

Kompressor

Die dritte Band im Bunde legte dann wieder eine ganz ordentliche Schippe drauf: Kompressor heißt die Band. Was macht ein Kompressor? Druck. Hardcore-Punk alter Schule, Agnostic Front und Konsorten lassen Grüßen. Faust aufs Auge, Rotz und Mitgröhlrefrains gab es vom in Westerkappeln probenden Quartett.

Die Sentiments aus Osnabrück sind schon ein kleines Kuriosum bei Rock in der Region – bisher hat wohl noch keine Band ganze 28 Jahre nach der Gründung bei Rock in der Region teilgenommen. Außerdem können sich die Sentiments damit wohl mit Fug und Recht als eine der dienstältesten Bands der Region bezeichnen. Also dick die Daumen hoch an diese hervorragend unterhaltsame Pop Punk-Band Sentiments Rock in der Region 2016 Georgsmarienhütte Alte Wanneund spielfreudige Pop Punk-Band, die sich auch nach hunderten internationaler Konzerte nicht zu schade dafür ist, sich mit deutlich jüngeren Musikerinnnen und Musikern die Bühne zu teilen.

Am Ende setzten sich aber die jüngeren Bands durch: Dank des Publikums kamen die Metaller von Bearing Sea knapp auf den ersten Platz, Juryliebling Jon Sun folgte ganz knapp auf Platz zwei.

Und hier die Ergebnisse:

Jury:

1. Jon Sun 29,1%
2. Kompressor 26,1%
3. The Bearing Sea 24,4%
4. The Sentiments 20,4%

Publikum:

1. The Bearing Sea 32,2%
2. Jon Sun 26,7%
3. Sentiments 24,4%
4. Kompressor 16,7%

Gesamt:

1. The Bearing Sea 28,3%
2. Jon Sun 27,9%
3. Sentiments 22,4%
4. Kompressor 21,4%

Vorentscheid Bramsche: Überraschungssieger heißen Elli

Zu dritt ins Finale: Elli

Zu dritt ins Finale: Elli

Damit hätte wohl niemand gerechnet, nicht einmal die Band: Obwohl kurzfristig der Bassist ausgefallen war, machten sich Elli auf den Weg nach Bramsche. Nicht zuletzt wegen eines riesigen Vorsprungs beim Publikum landete das Trio am Ende auf dem ersten Platz. Zweiter wurde das Pop-Projekt Maria Nicolaides.

Nicht ganz ausverkauft, aber recht gut gefüllt präsentierte sich die Alte Webschule in Bramsche zum Start des ersten Acts Bravour. Ganze zehn Musiker zwängten zusammen – das Gedränge auf der Bühne war beinahe größer als davor. Musikalisch gab es Deutsch-Hip Hop garniert mit jazzigen und funkigen Klängen vom Piano und der vierköpfigen Bläser-Truppe.

Bravour

Bravour

Auf dem Fuße folgte Maria Nicolaides samt Band. Ehrlich: So etwas hat Rock in der Region noch nicht gesehen. Pop, Pop, Pop und R’n’B bis zum Umfallen, mit Background-Sängerinnen, Tanzeinlagen und allem Drum und Dran – Beyoncé auf deutsch, ließe sich beinahe sagen.

Dritte Band im Bunde waren die Osnabrücker Indie-Rocker von Reineke Fuchs. Sehr sympathischer Gitarren-Pop, deutschsprachige Texte über Freud und Leid des Lebens – Olli Schulz, Knyphausen

Maria Nicolaides

Maria Nicolaides

und Konsorten lassen Grüßen. Große Freude gab es über den mitreisenden Fuchs, der mit einer Seifenblasenmaschine durchs Publikum schlich.

Den letzten Slot hatte die noch ziemlich junge Band Elli aus dem Loshut gezogen: Benannt nach dem Zweitnamen der Frontfrau Nicole bot die Truppe Alternativ-Rock deftigerer Gangart. Hut ab: Obwohl der Bassist kurzfristig verhindert war, nahm die zum Trio geschrumpfte Band den Weg nach Bramsche auf sich – durchziehen und abliefern. Ob das für die große Sympathie seitens des Publikums verantwortlich war?

Reineke Fuchs

Reineke Fuchs

Alles in allem vier Bands, die sich in nichts nachstanden und jede mit ihren einzigartigen Qualitäten.

Hier die Ergebnisse:

Jury:

  1. Maria Nicolaides 38,6%
  2. Elli 26,8%
  3. Bravour 18,6%
  4. Reineke Fuchs 15,9%

Publikum:

  1. Elli 37,2%
  2. Bravour 24,4%
  3. Reineke 23,3%
  4. Maria Nicolaides 15,1%

Gesamt:

  1. Elli 32,0
  2. Maria Nicolaides 26,9%
  3. Bravour 21,5%
  4. Reineke Fuchs 19,6%

Vorentscheid Westwerk: Enter thy Mind sind weiter

Die erste Finalband steht fest: Enter thy Mind

Die erste Finalband steht fest: Enter thy Mind

Was für ein Einstand ins 30. Rock in der Region-Jahr: Volle Bude im Westwerk, musikalisch überraschend das Line Up. Am Ende konnte sich die Metalcore-Band Enter thy Mind dank des Juryvotings durchsetzen.

Mittlerweile scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man einigermaßen pünktlich auflaufen sollte, um noch einen Stimmzettel zu erhalten. So war der – übrigens jetzt mit einer neuen Lichtanlage ausgestattete Saal des Westwerks in Eversburg schon gut gefüllt, als die ersten Töne von Egosplit aus den Boxen klangen.

Alternative Rock mit Keyboards: Egosplit

Alternative Rock mit Keyboards: Egosplit

Die Osnabrücker machen Alternative Rock mit punkigen und poppigen Anleihen und sorgten für die ersten Bewegungen vor der Bühne.

Hellernstadt aus – Überraschung – Hellern schlugen in eine ganz andere Kerbe. Die noch ziemlich frische Gruppe kombiniert Deutsch-Rap der Marke Fanta 4 oder Beginner mit deftigem Rock, hier und da gab es sogar Blues-Anleihen zu hören. Auch ein Vergleich zu Crossover-Bands wie Such a Surge lässt sich vielleicht ziehen. Trotz des bislang geringen Lebensalters der Band versammelte sich hier eine große und vor allem textsichere Fanschar vor der Bühne.

Rap meets Rock: Hellernstadt aus Hellern

Rap meets Rock: Hellernstadt aus Hellern

Die dritte Band im Bunde nennt sich Final Flight. Größtenteils aus dem Osnabrücker Südkreis stammend zelebrierte die altersmäßig recht gemischte Truppe um Sängerin Ricarda epischen Alternative-Rock mit gewissen Prog-Anleihen. Tool war mal rauszuhören, vielleicht auch Porcupine Tree oder Portishead.

Nochmal andere Saiten zogen Enter thy Mind auf: Hier wurde auf die Instrumente eingedroschen, was das Zeug hielt. Die Band mit dem merkwürdigen Wort in der Mitte (eine veraltete Form von „your“, der alte William lässt grüßen) hat sich klassischem Metalcore ohne Punkt und Komma verschrieben: Zwei schneidige Gitarren, ein bobbelnder Bass, maschinenartiges Schlagzeug, oder: Ein Pole, ein Ostfriese, ein Bayer, ein Rumäne

Rock mit proggigen Anleihen: Final Flight

Rock mit proggigen Anleihen: Final Flight

und ein Veganer. Das kam an, zumindest bei der Jury, denn am Ende setzte sich diese Band nicht zuletzt wegen des Juryvotings durch. Auf dem zweiten Platz landete die Hip Hop-Truppe Hellernstadt.

Hier die Ergebnisse:

Publikum:

  1. Final Flight 29,4%
  2. Egosplit 25,5%
  3. Hellernstadt 24,0%
  4. Enter thy Mind 21,1%

Jury:

  1. Enter thy Mind 37,1%
  2. Hellernstadt 28,4%
  3. Final Flight 20,7%
  4. Egosplit 13,8%

Gesamt:

  1. Enter thy Mind 29,1%
  2. Hellernstadt 26,2%
  3. Final Flight 25,1%
  4. Egosplit 19,6%

ROCK IN DER REGION 2016: SEI DABEI

Regelmäßig volle Bude im FInale

Regelmäßig volle Bude im FInale

Ihr Rocker und Metalheads, Songwriterinnen und Hiphopper, Popper, Punx und Progressive-Thrasher: Seid dabei bei der 2016er Runde des allseits beliebten Rock in der Region-Bandturniers.

Bandturnier? Hm? Klardoch: Rock in der Region ist einfach ein bisschen anders als herkömmliche Bandcontests und Bandwettbewerbe. Natürlich geht’s auch ums Gewinnen, denn 1000 Euro für die Bandkasse oder ein Wochenende im wunderschönen Tonstudio Mühe der Freundschaft haben schon was für sich. Aber: Bei Rock in der Region geht es vor allem darum, dass sich die Musikszene selber feiert. Das ist die Hauptsache. Und deswegen ist Rock in der Region auch so stark – weil es bockt. Rock in der Region kommt aus der Musikszene und ist für die Musikszene. Und mitmachen können alle, die eigene Musik machen und mehrheitlich aus der Region Osnabrück kommen – Alter, Genre und Haarlänge spielen keine Rolle.

Und am Ende kann einem so ein Sieg bei Rock in der Region doch einiges einbringen: Hi! Spencer zum Beispiel sind gerade kreuz und quer unterwegs und spielen geile Konzerte, die letztjährigen Gewinner Psaikorillaz spielen auch so manches Festival in der Region. Und Boozed, ja Boozed. Für die begann mit Rock in der Region eine steile Karriere mit Touren, Plattenlabel und allem Pipapo. Siehe: Der Aufmerksamkeit der regionalen Musikszene könnt ihr euch spätestens im Finale gewiss sein. Und falls es nichts wird – hey, dann gab es einen coolen Gig mit netten Leuten. Außerdem bekommen alle ein schickes Video – im Finale sogar besonders schick.

Also, wie soll das laufen? Also: Checkt als erstes, ob ihr die formalen Kriterien erfüllt. Ihr solltet mehrheitlich aus der Region Osnabrück kommen, selbstgeschriebene Stücke spielen und wenigstens ein „richtiges Instrument“ im Line Up haben.

Haben letztes Jahr abgesahnt: Psaikorillaz aus Borgloh

Haben letztes Jahr abgesahnt: Psaikorillaz aus Borgloh

Check? Dann klickt ihr auf Mitmachen und gebt flugs eure Daten ein. Nicht so schwer. Sobald das abgeschickt ist, seid ihr im Rennen. Wir versuchen natürlich, allen irgendwie gerecht zu werden, aber es können pro Jahr „nur“ 20 Acts teilnehmen – in insgesamt fünf lokalen Vorentscheiden mit jeweils vier Bands.

Und wie geht’s dann weiter? Nachdem sich die Veranstalterinnen und Veranstalter der ganze Vorentscheide zusammengesetzt und ihre jeweiligen Bands ausgeknobelt haben, kriegt ihr von uns Bescheid, wann und wo ihr dran seid. Und dann müsst ihr nur noch ein geiles Konzert spielen und möglichst viele Fans mobilisieren. Denn neben der Jury besitzt auch das Publikum 50%iges Stimmrecht.

Vorhin war auch von Gewinnen die Rede. Jepp. In diesem Jahr gibt es wieder 1000 Euro Bandkassenzuschuss, außerdem ein Tonstudioaufenthalt in der Mühle der Freundschaft, wo zum Beispiel auch Tito und Tarantula schon mehrfach aufgenommen haben. Außerdem: Bandmerch, Fotoshooting, ein kleinen Videodreh und, und, und.

Also, ran da. Einsendeschluss ist der 15. September!

 

Ridr ist der Hammer! Wir haben schon bei dem einen oder anderen Contest mitgemacht, aber zum einen sind die Personen hinter den Kulissen, sprich Jury, Tontechniker, Backstage Crew usw. menschlich einsame Spitze, zum anderen ist das Wertungsverfahren sehr fair! Als Newcomerband haben wir durch Ridr neue Kontakte zu anderen Bands oder auch Personen vom Fach knüpfen können. Vor allem aber ist Ridr eine super Möglichkeit sich einen Namen im Raum Osnabrück zu machen – Psaikorillaz